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Ἀρχική σελίς
Ἀρχική σελίς

Ansprache
des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios
beim Empfang nach der Vesper
(Stuttgart, 29.05.2017)

Ἐπιστροφή
Ἐπιστροφή

Sehr geehrter Herr Landesbischof Frank Otfried July,
Sehr geehrte Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit des Kirchenamtes der EKD, Frau Petra Bosse-Huber,
Sehr geehrter Herr Dekan Dr. Michael Tilly,
Liebe Brüder und Schwestern in Christus,

Nachdem wir alle gemeinsam in der doxologischen Vesper die lichtvollen Gaben Gottes, des „Vaters des Lichts“, dankbar entgegengenommen haben, sprechen wir Ihnen, den geschätzten Gastgebern, noch einmal unseren aufrichtigen Dank aus für die Philoxenia, für die Philia, für die Philadelphia, für diesen Empfang, sowie für die Überreichung der Publikation der Texte des bilateralen theologischen Dialogs zwischen der EKD und dem Ökumenischen Patriarchat. 16 Begegnungen seit fast 40 Jahren, wichtige theologische Texte, gemeinsame Erklärungen, die Freude der Begegnung und des Austausches, offene und respektvolle Gespräche über Lehre und Leben unserer Kirchen, das alles ist der Ertrag unseres Dialogs der Liebe und der Wahrheit. Wir hörten aufmerksam einander, wir sahen uns in die Augen, wir dankten Gott mit einer Stimme für seine unendliche Güte. Gewiss, nach so vielen Jahren ökumenischer Bemühungen, bleiben wir am Tisch des Herrn getrennt. Die volle Gemeinschaft bleibt unser Ziel. Dabei vertrauen wir, um mit den Worten des Heiligen und Großen Konzils von Kreta zu reden, „nicht allein auf die menschlichen Anstrengungen derer, die am Dialog beteiligt sind, sondern insbesondere auf die Führung durch den Heiligen Geist in der Gnade des Herrn, der betete ‘dass alle eins seien‘ (Joh. 17, 21)“ (Beziehungen der Orthodoxen Kirche zu der übrigen christlichen Welt, §8). Es ist ein schwerer Fehler, die Ergebnisse unserer ökumenischen Dialoge zu unterschätzen.

Ein besonderer Dank gebührt den Präsidenten und den Mitgliedern der Delegationen unserer Kirchen für den bilateralen theologischen Dialog. Wir sind auch allen Frauen und Männern des „Dialogs des Lebens“ auf beiden Seiten zutiefst dankbar. Ihr Beitrag ist unschätzbar. Sie haben die Dynamik der Ökumenischen Bewegung, die ohnehin nie nur eine Sache von Experten war, gestärkt. Ökumene ist keine Suche der Wahrheit, sondern eine echte Begegnung in der Wahrheit, in unserem Herrn Jesus Christus.

Wir setzen unseren Weg fort in Treue zu Christus und zu seinem Evangelium, in der unerschütterlichen Gewissheit, dass der Heilige Geist, das „Pneuma der Weisheit und der Einsicht“, πνεῦμα σοφίας, πνεῦμα συνέσεως, der Spender des Lichts, unser Leben erleuchtet, dass wir „wie Kinder des Lichts wandeln“ (Eph. 5, 9), dass wir das Christentum „als die revolutionärste geistige Macht“ leben und bezeugen, als die Macht des Glaubens, „der durch die Liebe tätig ist“ (Gal. 5, 6).

Liebe Freunde,

Als Erinnerung an unsere Begegnung hier in Stuttgart, überreichen wir Ihnen kleine Andenken aus Konstantinopel.
Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnetes und lichtvolles Pfingsten. Gott segne Sie alle!