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Ἀρχική σελίς
Ἀρχική σελίς

Ὁμιλία
τῆς Α. Θ. Παναγιότητος
τοῦ Οἰκουμενικοῦ Πατριάρχου
κ. κ. Βαρθολομαίου
πρός τούς ὑποτρόφους τοῦ Ἱδρύματος
"Ostkirchliches Institut Regensburg"
συνοδευομένους ὑπό καθηγητῶν τοῦ Πανεπιστημίου Fribourg Ἑλβετίας
(Βαλουκλῆ, 31 Αὐγούστου 2016)

Ἐπιστροφή
Ἐπιστροφή

Liebe Mitbrüder in Christus
Verehrte Professor Hallenleben
Liebe Stipendiaten und Freunde des Ostkirchlichen Instituts Regensburg

Wir heißen Sie alle willkommen in der Stadt Konstantins des Großen, im Zentrum  der Weltorthodoxie, am gesegneten Ort, wo seit vielen Jahrhunderten der rechte Glaube, der rechte Kult, die Orthopraxie und die Diakonie gepflegt und behütet  werden. Sie befinden sich an einem Zentrum der Begegnung und des Dialogs, an der Geburtsstätte der zeitgenössischen Ökumenischen Bewegung, an dem Platz, wo in den Jahren 1902  und 1920, die geschichtsträchtigen Rundschreiben  des Ökumenischen Patriarchats erstellt und an die christliche Welt adressiert wurden.

Im Rahmen der ökumenischen  Bewegung , haben sich die christlichen Kirchen näher kennengelernt. Viele Vorurteile wurden überwunden, Missverständnisse aufgeräumt  und bedeutende gemeinsame theologische Texte produziert. Die gute Zusammenarbeit  an den ökumenischen Organisationen, Kontakte auf höchster Ebene, die gegenseitige  Aufhebung der Anathemen zwischen Rom und Konstantinopel, signalisierten einen raschen Fortschritt der Ökumene. Vier Päpste, Paul  VI. , Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus, haben Phanar besucht. Die Patriarchen Athenagoras, Dimitrios  und meine Wenigkeit wurden im Vatikan empfangen. Das alles war wirklich nicht eine"Kuschel-Ökumene", dabei war kein theologischer  Minimalismus am Werke.

Was wir in allen diesen Jahren, im Dialog der Liebe und der Wahrheit, erlebt haben, war hohe Gnade, ein unschätzbares  Geschenk Gottes. In den letzten Jahrzehnten, sind zu den ökumenischen Dialogen auch gemeinsame kirchliche Initiativen hinzugekommen, zur Lösung der großen zeitgenössischen Weltprobleme.

Für das alles, brauchen unsere Kirchen offene, ökumenisch orientierte und engagierte Theologen, für welche die Verwurzelung in der eigenen Tradition kein Hindernis, sondern ein Ansporn ist für die Begegnung mit den Anderen, für Dialog und Kooperation. Die Theologie kann die Zeichen der Zeit, die Auswirkungen der zeitgenössischen Kultur und des kulturellen Pluralismus, nicht ignorieren. Sie muss die Erfahrungen der Gläubigen ernst nehmen.

Die  Christen befinden sich heute weder in der frühchristlichen noch in der mittelalterlichen oder der byzantinischen Zeit, auch nicht in den Zeiten des Antichristen. Sie leben in einer konkreten Zeit, in kulturellen Räumen mit ihren Problemen und Widersprüchen, mit ihren  positiven Möglichkeiten und Perspektiven. Die Kirche und ihre Theologie  wenden sich an die Menschen unserer Epoche, die wie jede andere Zeit  "unmittelbar zu Gott" steht.

Wir sind überzeugt, dass die Probleme des Friedens und der Versöhnung, der Gerechtigkeit und der Respektierung der Menschenwürde, wie auch die tiefen existentiellen  Fragen der Personen, nicht ohne den Beitrag des Christentums  angegangen werden können.  Die Wissenschaft, die ökonomischen und kulturellen Fortschritte, haben diese Probleme weder gelöst noch ausgetilgt.  Der Mensch lebt eben "nicht vom Brot allein"  (Luk. 4,4).

Das Ökumenische Patriarchat hat nie eine introvertierte und geschlossene Orthodoxie vertreten.  Wir persönlich, in den fünfundzwanzig Jahren als Patriarch, haben, parallel zu unserem pastoralen Engagement  und dem Bemühen um die Einheit  und Stabilität  der Orthodoxen Kirche, den interchristlichen und den interreligiösen Dialog vorangetrieben, für den Frieden der Kulturen gearbeitet und zahlreiche ökologische Initiativen ergriffen. Das  Ziel unserer vielen Begegnungen mit Politikern, mit religiösen Führern, mit Wissenschaftlern, Intellektuellen, Vertretern der Zivilgesellschaft und mit der Jugend, war Versöhnung, Solidarität und Schutz der Menschentrechte.  Wir sind überzeugt, dass die unaufhebbare Spannung  zwischen dem "In-der-Welt-Sein" der Kirche und ihrem "Nicht-von-der-Welt-Sein" auf ihrem historischen Weg, sich positiv auswirkt für ein offenes  und effektives  "Für-die-Welt-Sein" des Gottesvolkes.

Auch die Heilige und Große Synode der Orthodoxen Kirche sollte die Weltoffenheit der Gesamtorthodoxie dokumentieren und bekräftigen. Nicht nur das orthodoxe Kirchenvolk, sondern auch die gesamte  Christenheit und alle Menschen guten Willens haben berechtigte Erwartungen  gehegt, dass diese lange erwartete Synode keine introvertierte Synaxis wird, sondern ein überzeugendes Zeugnis von der Gegenwärtigkeit des Christlichen geben wird.

Aus ganzem Herzen  danken wir dem Dreieinigen Gott, dass Er, in Seiner unendlichen  Güte, die Vorbereitung und die Verwirklichung  dieser Synode gesegnet hat. Die panorthodoxen Konferenzen, die interorthodoxen Vorbereitungskommissionen, die präsynodalen  panorthodoxen Konferenzen während der letzten  Jahrzehnte und nicht zuletzt die von Uns  inaugurierten  Synaxen der Vorsteher der Orthodoxen autokephalen Kirchen, gehören zum Kern des orthodoxen kirchlichen Lebens in unserer Zeit und markieren die bleibende synodale Identität  der Orthodoxie.  Sie sind der Spiegel der Einheit der Orthodoxen Kirche, aber auch der Spannungen in den interorthodoxen Beziehungen, der Sorge der Orthodoxie für Mensch und Welt, sowie der theologischen Auseinandersetzungen in der ganzen christlichen Welt und der Abenteuer der ökumenischen Bewegung.

Das unerwartete Fernbleiben von vier orthodoxen autokephalen Kirchen von der Synode auf Kreta  hatte seine Folgen, hat jedoch dem synodalen Bewusstsein der Orthodoxie keinen Abbruch getan. Die Gründe dieser Nichtteilnahme waren keine theologisch- ekklesiologischen, denn solche kann es ernstlich nicht geben. Denn, "die Synodalität ist ursprüngliches Strukturmoment und fundamentale Funktion der Kirche und konstituiert einen essentiellen Ausdruck ihrer Einheit und Katholizität." (Ökumenischer Patriarch Bartholomaios, Vorwort für das Werk Im Konzil, Sonderedition , Zeitschrift Apostolos Titos,  Beiheft 3, Kreta 2016).  Die Synodalität ist mit der eucharistischen und eschatologischen Identität der Kirche untrennbar verbunden.

Die sechs offiziellen Schlussdokumente, sowie  die Enzyklika und die Botschaft der Heiligen und Großen Synode der Orthodoxen Kirche, sind ein kostbarer Schatz für die Christenheit. Ihre Übersetzung ins Deutsche hat uns zusätzliche Freude bereitet und wir möchten uns bei den Herausgebern eigens bedanken.

Mit diesen Gedanken begrüßen wir Sie, liebe Gäste, bei uns im Ökumenischen Patriarchat. Dem, im vergangenen Jahr verstorbenen Dr. Albert Rauch und dem hier präsenten Monsignore Dr. Nikolaus Wyrwoll gehört Anerkennung und Dank für die Gründung und Leitung des Ostkirchlichen Instituts Regensburg, das, in den sechsundvierzig Jahren seines Bestehens, mehr las tausend orthodoxen Theologen ökumenische Studien in Deutschland ermöglichte  und durch die Regensburger Symposien  zu einem bedeutenden Forum theologischer Gespräche avancierte.  Die große Mehrheit der Stipendiaten haben hohe Stellungen in ihren Kirchen inne und zeichnen sich aus durch ihre ökumenische Offenheit.

Wir gratulieren auch den Professoren Guido Vergauwen, dem früheren Rektor der Universität Fribourg/Schweiz und Barbara Hallensleben für die Weiterführung des Ökumenischen Dienstes des Ostkirchlichen Instituts Regensburg, nun in der Schweiz, am Institut für Ökumenische Studien  der Freiburger Universität. Wir sind auch besonders dankbar für die akademische Stützung unseres Theologischen Instituts  am Centre Ortodoxe in Chambésy/Genf, seitens Ihrer Universität und für die vielseitige Betreuung der Studierenden, welche in ihrer Gesamtheit  Stipendiaten des Ökumenischen Patriarchats sind.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.