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Ἀρχική σελίς
Ἀρχική σελίς

Hirtenbrief zum Tag der Bewahrung der Schöpfung(2010).

Ἐπιστροφή
Ἐπιστροφή

Protokoll-Nr. 828


+ Bartholomaios
durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom,
und Ökumenischer Patriarch dem ganzen Volk der Kirche
Gnade und Friede von dem Schöpfer der ganzen Schöpfung,
unserem Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus


Im Herrn geliebte Kinder,


unser Vorgänger seligen Gedenkens, der berühmte Patriarch Dimitrios, hat im Bewusstsein der Schwere der ökologischen Krise und der Verantwortung der Kirche für eine unverzügliche und wirkungsvolle Reaktion darauf vor über zwei Jahrzehnten die erste offizielle Enzyklika zum Thema der Bewahrung der natürlichen Umwelt verfasst. Diese Enzyklika, mit der die Mutterkirche offiziell den 1. September, den Beginn des Kirchenjahres, zum Tag des Gebetes um den Schutz der Umwelt ausrief, war an das Pleroma der Kirche auf der ganzen Welt gerichtet.

Damals hat unsere Kirche mit klarem Blick festgestellt, dass das eucharistische und asketische Ethos unserer Tradition den bedeutendsten und maßgeblichsten personalen Beitrag zu dem guten und alle Menschen einbeziehenden Kampf für die Bewahrung der natürlichen Umwelt als göttlicher Schöpfung und gemeinsamem Erbe darstellt. Heute, inmitten einer beispiellosen Wirtschaftskrise, wird die Menschheit vielfältig geprüft. Diese Prüfung betrifft nicht allein die persönlichen Schwierigkeiten eines jeden von uns, sondern die Menschheit insgesamt als Gesellschaft, ihr Verhalten, den Schutz der Umwelt und die Hierarchie der Werte und Präferenzen.

Es ist wichtig, dass die gegenwärtige schwere Wirtschaftskrise die vielgerühmte und absolut unausweichliche Wende zu einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung in Gang setzt. Es handelt sich dabei um eine Wende, die die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik an der Umwelt und nicht an dem sich der Überprüfung entziehenden wirtschaftlichen Nutzen orientiert. Wir sollten uns alle vor Augen halten, was in Staaten geschehen kann, die gegenwärtig von Wirtschaftskrise und Armut erschüttert werden, wie z. B. Griechenland, das über einen außerordentlichen natürlichen Reichtum verfügt: über einzigartige Ökosysteme, seltene Pflanzen- und Tierarten und natürliche Ressourcen, über wunderbare Landschaften, über Sonne und Wind in Fülle. Wenn die Ökosysteme nicht geschützt werden und verschwinden, die natürlichen Ressourcen verbraucht und die Landschaften zerstört werden, während gleichzeitig der Klimawandel zu unvorhersehbaren Witterungsbedingungen führt, erhebt sich die Frage, welche Grundlage und welche wirtschaftliche Zukunft diese Staaten und der Planet insgesamt noch haben können.

Wir sind der Auffassung, dass wir jetzt gezwungen sind, uns gesellschaftlich zu verständigen und politisch aktiv zu werden, damit wir den Weg der Nachhaltigkeit und der ökologischen Zukunftsfähigkeit einschlagen können.

Für unsere orthodoxe Kirche bedeutet der Schutz der Umwelt, der göttlichen und „sehr guten“ Schöpfung, die größte Verantwortung des Menschen, und zwar jenseits jeglichen materiellen und wirtschaftlichen Gewinns. Die direkte Verbindung der gottgegebenen Verpflichtung, des gottgegebenen Gebotes, „zu bebauen und zu hüten“ (Genesis 2,15) mit jedem Aspekt unseres Lebens ist die einzige Möglichkeit, in harmonischer Übereinstimmung mit jedem Element der Schöpfung und dem physischen Kosmos als ganzem zu leben.

Wir rufen darum, Brüder und im Herrn geliebte Kinder, alle dazu auf, diesen gewaltigen, aber dennoch gerechten Kampf zur Eindämmung der Umweltkrise und zur Abwendung ihrer furchtbarsten Folgen aufzunehmen – mit dem weiteren Ziel, unsere persönliche, aber auch unsere kollektive Lebens- und Denkweise mit den Erfordernissen der Rettung und der Bewahrung der natürlichen Ökosysteme und der Artenvielfalt von Flora und Fauna sowie der ganzen Welt als eines einheitlichen und unteilbaren Ganzen zur Übereinstimmung zu bringen.   


1. September 2010


Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel,
in Christus geliebter Bruder
und inständiger Fürbitter bei Gott