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Ἀρχική σελίς
Ἀρχική σελίς

Osterbotschaft des Ökumenischen Patriarchen (2010).

Ἐπιστροφή
Ἐπιστροφή

Protokoll-Nr. 316

Osterbotschaft des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios,
durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom,
und Ökumenischer Patriarch
allem Volk der Kirche Gnade, Friede und Erbarmen
von Christus, dem in Herrlichkeit auferstandenen Erlöser


Brüder, im Herrn geliebte Kinder,


Christus ist auferstanden!

Als Tag der Freude und des Lichts ist uns auch heute wieder der Ostertag aufgegangen - ein Tag, der Freude, Trost, Jubel und die unerschütterliche Hoffnung auf das Leben unter allen Gläubigen verbreitet, auch wenn die vielfältige Krise mit all ihren bekannten bitteren Konsequenzen für das alltägliche Leben der Menschheit wie eine schwere Last über der Welt lastet.

Christus, der Gottmensch, ist aus dem Grab auferstanden, und mit ihm zugleich auch der Mensch! Die Übermacht des Todes ist Vergangenheit. Hoffnungslosigkeit und Gefangenschaft im Hades sind unwiederbringlich vergangen. Denn der allein Starke, der Spender des Lebens hat, nachdem er freiwillig durch seine Fleischwerdung das Elend unserer Natur und seinen Gipfel, den Tod, auf sich genommen hatte, schon jetzt „den Hades getötet durch den Strahl seiner Gottheit“ und dem Menschen „Leben in Fülle“ (vgl. Jo 10,10) geschenkt.

Diese „Fülle“ des Lebens, die der Auferstandene uns geschenkt hat, verleugnet und diffamiert der Teufel, obwohl er schon geschwächt und vollkommen machtlos und lächerlich geworden ist, unablässig - und das mit jener
Unerbittlichkeit, die schon sein Name „diabolos“ - „Verleumder“ verrät.

Er verleumdet sie, indem er sich die in unserem Inneren übrig gebliebenen „alten Schlacken“ unseres Hangs zur Sünde zunutze macht, einen Hang, den er stets entsprechend ausnützt, um uns in der Falle entweder der tätigen Sünde oder der Irrlehre zu fangen. Der Hochmut ist eine Frucht jener „Schlacken“, und beide zusammen ergeben ein abstoßendes Paar, das unsere Beziehungen zu uns selbst, zu anderen, zu Gott und zur ganzen Schöpfung in Unordnung bringt. Es ist darum unbedingt notwendig, uns von jenen Schlacken in aller Achtsamkeit und Sorge zu reinigen, damit das lebenschaffende Licht des auferstandenen Christus unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib unbehindert erleuchte, die Finsternis des Hochmuts vertreibe und die „Fülle“ des Lebens sich in die ganze Welt ergieße. Das kann weder durch die Philosophie, noch durch die Wissenschaft, weder durch die Kunst, noch durch die Technik, noch durch irgendeine Ideologie erreicht werden, sondern einzig und allein durch den im sakramentalen kirchlichen Leben und im mühevollen systematischen geistlichen Kampf zum Ausdruck gekommenen Glauben an den bis zu Leiden, Kreuz, Grab und den Wohnungen des Hades hinabgestiegenen und von den Toten auferstandenen Gottmenschen Jesus Christus.

Die Kirche als Leib Christi erlebt ununterbrochen und ewig das Wunder der Auferstehung und gibt uns durch ihre heiligen Sakramente, ihre Theologie und ihre Lehre vom tätigen Leben die Möglichkeit, an diesem Wunder teilzunehmen, teilzuhaben am Sieg über den Tod, lichtförmige Kinder der Auferstehung und wahrhaft „Teilhaber der göttlichen Natur“ (2 Petr 1,4) zu werden, wie es mit den Heiligen geschehen ist und geschieht.

Die in der Tiefe unseres Herzens erwachsene giftige und dornige Pflanze der Leidenschaften, die von den Schlacken des „alten Menschen“ (Eph 4,22) in uns genährt wird, muss unbedingt so schnell wie möglich in Christus, durch Christus und um Christi willen und um seiner uns umgebenden lebendigen Abbilder, d. h. um unserer Mitmenschen willen in einen Strauß der Tugenden, der Heiligung und der Gerechtigkeit verwandelt werden. So singt auch der heilige Dichter der Hymnen ganz aktuell: „Anlegend das Gewand der Gerechtigkeit, das da strahlt heller als Schnee, lasset uns jubeln am Tage der Auferstehung, an dem Christus, gleich einer Sonne der Gerechtigkeit vom Tod sich erhebend, uns alle durch Unverweslichkeit erleuchtet hat.“ Das weiße Gewand der Gerechtigkeit ist uns symbolisch in der heiligen Taufe gegeben worden; und darum sind wir berufen, es von neuem zu reinigen: durch beständige Umkehr, durch Freude bringende Tränen, durch das unaufhörliche Gebet, durch die Beschränkung der Begierden, durch die Geduld im Ertragen der Widrigkeiten des Lebens und durch den unermüdlichen Versuch, alle Gebote Gottes und vor allem das Hauptgebot der Liebe zu befolgen. Auf diese Weise nehmen wir an der Selbstentäußerung des Gottmenschen am Kreuz teil, und der österliche Jubel, das strahlende Licht der Auferstehung und die Erlösung ergreifen nun Platz in unserem Leben und in der uns umgebenden Welt.

Indem wir Euch dieses von dem stets der Prüfung des Karfeitags ausgesetzten, aber immer auch des Lichtes und der Freude bringenden Erfahrung der Auferstehung teilhaftigen Sitz unseres Patriarchats, dem Phanar, aus Anlass dieses Festes schreiben und dadurch die Liebe der Mutterkirche übermitteln, erbitten wir für Euch aus ganzem Herzen jegliche heilsame Gabe und österlichen Segen vom Urheber des Lebens, der von den Toten auferstanden ist.

Ostern 2010
+ Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel
Euer aller inständiger Fürbitter bei Christus, dem Auferstandenen